| Presseerklärung nach der Räumung, 7.4.2006 |
Presseerklärung nach der Räumung, 7.4.2006
Gegen die Räumung der Ex-Steffi gab und gibt es in ganz Deutschland und Österreich Solidaritätsaktionen. In vielen Städten gab und gibt es spontane Demonstrationen unter anderem in Freiburg, Dresden, Berlin,Wien, Mainz, Darmstadt, Stuttgart.
In Karlsuhe fanden sich bis zum Abend des 6.4.2006 200-250 SympathisantInnen auf dem Marktplatz ein. Begleitet von einem riesigen Polizeiaufgebot wurde wütend aber dennoch friedlich gegen die Räumung,den Abriss und für ein neues Autonomes Zentrum demonstriert.
Die Verantwortlichen der Stadt sicherten uns zu, dass bei einem friedlichen Ablauf der Demonstration die 21 vorübergehend in Gewahrsam genommenen Personen bis 22.00 Uhr wieder frei gelassen werden.
Es wurden jedoch nur 13 Personen in dem Zeitraum zwischen 22.00 und 0.30 Uhr entlassen.
Die letzten 8 Personen kamen um 6.00 morgens aus dem Gewahrsam. Die Verhafteten wuren von der Polizei schikaniert. Es gab Beleidigungen, zu wenig zu trinken, auf VeganerInnen wurde keine Rücksicht genommen, die Gegenspprechanlagen in den Zellen wurden Zeitweise ausgeschaltet unter anderem nachdem ein Inhaftierter nach seinen wichtigen Herzmedikamenten verlangt hatte, die Leute mit falschen Angaben des Zeitpunkts der Freilassung hingehalten.
Alle erhielten, teilweise nur mündlich, ein Stadtverbot bis Sonntag 24.00 Uhr.
Dieses massive Vorgehen der Stadt ist absolut ungerechtfertigt und Menschenverachtend.
Die momentane Repression auch schon im Vorfeld der Räumung hat Polizeistaatliche Züge.
Es ist ein weiterer Beweis, dass die Stadt Karlsruhe sich ihrer politischen und sozialen Verantwortung entzieht und jeglicher Menschlichkeit in den Rücken fällt.
Anstatt sich der Diskussion über die Notwendigkeit eines solchen Zentrums zu stellen werden gerichtliche Urteile erbarmungslos durchgezogen. Dies ist ein absolutes Armutszeugnis der Stadt die so niemals Kulturhauptstadt wird und sich eher Stadt des Recht des Stärkeren nennen sollte.
Die Menschen aus der Ex-Steffi, das sind nicht nur die BewohnerInnen, werden durch den Abriss des Hauses nicht aus der Stadt verschwinden. Welche Erwartungen die Stadtverwaltung unter Heinz Fenrich von dem Abriss auch immer hat sie werden nicht erfüllt werden.
Jedes noch so große Polizeiaufgebot, Kriminalisierung und Einschüchterungsversuche werden uns nicht davon abhalten weiterhin für unsere Ansprüche auf einem selbstbestimmten Freiraum zu kämpfen.
Ab jetzt wird die Innenstadt der Ort sein an dem unser Programm weitergeht. Wir wünschen allen dabei viel Spaß!
Freiräume lassen sich mit Recht nicht verbieten !
NEXT STEFFI kommt !