| Pressemitteilung vom 14.03.2006 |
Pressemitteilung
Aus aktuellem Anlass informieren wir Sie über die bevorstehende Räumung des Gebäudes Schwarzwaldstraße 79 hinterm Bahnhof mit dem angekündigten Erscheinen des Gerichtsvollziehers für den 30.3.06 um 17 Uhr.:
Es liegt im Interesse aller BewohnerInnen, die derzeitige Situation zu entschärfen und den Konflikt nicht durch eine mit Polizeigewalt durchgeführte Räumung eskalieren zu lassen.
Unsere Ernsthaftigkeit beweisen wir jeden Tag aufs Neue, da die Fortschritte zu einem Hauskauf, auch ohne die Hilfe der Stadt, uns
einem Auszug aus der Schwarzwaldstraße 79 immer näher bringen. Die Verhandlungen mit den Eigentümern des Objekts laufen auf Hochtouren und
auch die Schritte unsererseits zur Integration in eine Initiative sind gelungen...
Trotzdem wird es uns nicht möglich sein, schon Ende
März das Haus zu verlassen und fordern deswegen den OB in einem offenem Brief (s.u.) auf, uns noch einen Aufschub zu gewähren,
und zurück an den Verhandlungstisch zu kommen, mit dem Ziel, einen Konflikt zu lösen, und nicht, ihn herauf zu beschwören, sondern
gewissenhaft mit ernstzunehmenden Problemen umzugehen.
Zur besseren Erläuterung eine kleine Chronologie gelaufenen Verhandlungen:
August 2004: im Zuge des Gerichtsverfahren Stadt Karlsruhe gegen Ex-Steffi wird dem Projekt ein Vergleich auferlegt nach welchem
das Gebäude bis zum 1.2.06 �besenrein zu übergeben� ist
die darauf folgende Zeit wird von den BewohnerInnen genutzt um gut ein
Dutzend Ersatzgebäude vorzuschlagen, denen die Stadt ihre Zustimmung verwehrt.
Januar/Februar 2006: Oberbürgermeister Fenrich
verweigert weitere Gespräche, weswegen man sich mit Bürgermeister Denecken an einen Tisch setzt. Wir legen konkrete Ersatzobjekte vor
und legen unseren Finanzierungsplan offen. Das von der Stadt vorgeschlagene Gebäude im Rheinhafen ist aus einer Vielzahl von Gründen
nicht akzeptierbar, ein Konzert mit Besuchern aus dem rechtsradikalen Spektrum findet in der selben Nacht in dem gleichen Gebäude statt,
die Tagesschau berichtet.
8.-12.02.06: die ersten Aktionstage der Ex-Steffi finden statt, hunderte Menschen demonstrieren
fröhlich durch die Stadt, öffentliche Essenverteilung auf dem Marktplatz, Konzerte und vieles mehr...
17.02.06: Die Stadtverwaltung bricht die Gespräche mit uns ab und kündigt die Räumung auf Ende März an.
Die offiziellen Argumente dafür finden sich in ihrer Presseerklärung:
Unsere Pläne seien unrealistisch, unser Finanzkonzept
wackelig, wir seien zu spät dran und hätten eigentlich gar keinen Anspruch auf Hilfe der Stadt.
Wir verlangen von der Stadt
keine Lebenshilfe, aber das Recht auf einen Platz, auf ein Dach über dem Kopf.
Die Ex-Steffi ist weder Schandfleck, noch
Sozialfall. Wir sind InitiatorInnen in einem sozio-kulturellen Zentrum, die einen großen Freiraum am Leben erhalten und für andere
Menschen zugänglich und nutzbar machen. Wir sind selbständig und absolut unabhängig. Wohnraum und Kultur sind wichtige menschliche
Bedürfnisse, die einzufordern und unseren Anspruch darauf geltend zu machen einen Großteil unseres Schaffens ausmacht.
Die Situation, in der wir uns befinden ist nicht hausgemacht, sondern Resultat einer langen Geschichte, an der die Stadt nicht
unschuldig ist.
Unsere Forderung bleibt: Das Projekt Ex-Steffi muss weiterbestehen!
Die Ex-Steffi Leute
Kontakt: Ex-Steffi
Schwarzwaldstr.79
76137 Karlsruhe
presseexsteffi@web.de
Tel: 0163/7647480
Fax:0721/9377236
www.exsteffi.de/info
www.kulturoase.de